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Aufbau des WildfleischesIm
gesetzlichen Sinn werden unter „Wildfleisch“ alle zum Verzehr geeigneten
Teile von Wild verstanden. Dies beinhaltet neben dem eigentlichen
Muskelfleisch auch die zum Verzehr geeigneten Innereien, wie Lunge, Herz,
Leber, Nieren, Milz, Zunge und Gehirn, im weiteren Sinne auch Knochen als
Grundlage für Saucen und Suppen, Blut in seiner traditionellen Verwendung,
aber auch unter Umständen Därme und Magen, so diese als Hülle für spezielle
Zubereitungen (z. B. Wurst) Verwendung finden.

Garzeiten von Wild und Wildgeflügel
In früheren Zeiten wurde mangels ausreichender
Kühlmöglichkeiten für Fleisch im Allgemeinen und Wildbret im Besonderen aus
der Not eine Tugend gemacht, indem man den Geruch und Geschmack von
überlagertem Wildbret als typischen „Hautgout“ bezeichnete. Aus heutiger
Sicht ist das schlichtweg als mehr oder minder beginnende Fäulnis zu
bezeichnen. Dieser Hautgout wurde durch diverse Beizen und überhöhte
Garzeiten zu neutralisieren versucht.
Die moderne Küche trachtet, den jeweils
charakteristischen und feinen Eigengeschmack des Wildfleisches so weit als
möglich durch schonendes Zubereiten zu erhalten. Dabei wird die
Kerntemperatur mit dem Fleischthermometer im Kern des Bratenstückes
gemessen. Erst wenn eine Kerntemperatur von 80 °C erreicht ist und diese
über 10 Minuten konstant gehalten wird, sind die meisten pathogenen Keime
abgetötet. Beispiel: Eine „ausgelöste“, 2 kg schwere Rehkeule braucht bei
180 °C im Backofen 85 Minuten, um eine Kerntemperatur von 70 °C zu
erreichen. Doch erst nach 105 Minuten Bratzeit beträgt die Kerntemperatur 80
°C!
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